Chronik 1867 - 1997

Aus der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Dittelbrunn

von 1867 bis 1997


1867  1873  1890 1913  1930  1946 1953  1963  1972 1986  1997
 

1867

Unter Bürgermeister Ziegler und Vorstand Michael Pötsch wurden am 06. Oktober 1867 zwei " ... Feuerrotten im Orte Dittelbrunn zur Leistung  der Lösch_ , Rettungs- und Sicherheitsdienste bei ausbrechenden Feuersbrünsten nach Paragraph 9 und Paragraph 10 der Distrikt Polizeilichen Feuerlöschordnung ---"gebildet.

Unter den in diesen  " Rotten" verpflichteten Personen befanden sich als Spritzenarbeiter  auch Männer wie Michael Valtin Spath und Johann Valtin Reulbach, die mit zu den späteren Gründungsmitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr zählen.
 

1873

Wohl auf Anraten des "Königlichen Bezirksamtes Schweinfurt", das mit einem Schreiben vom 24.05.1873 allen umliegenden Gemeinden den Nutzen und die Wichtigkeit einer Feuerwehr nahe legte, lud bald darauf Bürgermeister Ziegler mit einem Rundbrief im Ort zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr ins Rathaus ein. Auf seinem Weg durchs Dorf haben sich alle Interessierten namentlich darin eingetragen. Wie unserer Gründungsurkunde zu entnehmen ist, fand die konstituierende Sitzung am 01. Juli  1873 statt. Folgende 14 Gründungsmitglieder werden genannt:

GRÜNDUNGSMITGLIEDER:
Georg Müller, Michael Wolfgang Reulbach, Georg Adam Hofmann, Michael Valtin Spath, Kaspar Kraus sen., Michael Markert, Valtin Reulbach, Michael Ludwig Kaiser, Georg Nicklaus Hofmann, Michael Pötsch, Georg Philipp Hofmann, Michael Ludwig Kraus, Adam Hofmann, Martin Sauer.

Die "... Feuerlöschrequisiten..." der Freiwilligen Feuerwehr, die im Gründungsjahr zu Verfügung standen.:

  1.  "...eine tragbare Löschmaschine vom Jahre 1886 mit einem Cylinder  und fünfzig Druckschläuchen und Obensaugwerk...."
  2. 36 Stück Feuereimer
  3. 3 Feuerleitern
  4. 2 Feuerhaken
  5. 9 Pechfackeln
  6. 23 Pechkränze
  7. 2 Pechpfannen
     
1890  
Unter Bürgermeister Müller wurde am 14  Dezember 1890 ein Vertrag über die Lieferung einer Löschmaschine mit dem Maschinenfabrikanten G. A. Hermann in Schweinfurt geschlossen. In dessen Preisliste war diese unter dem Titel "...Kleine Löschspritze für Pferdegespann, ebendarselbst mit Gangwerk, Laterne und Requisiten (40 m Schlauch) um den Preis von 800 M..." zu finden . Fabrikant Hermann leistete zwei  Jahre Garantie.
Die Bezahlung erfolgte zur Hälfte nach erfolgter Probe und Übernahme zur anderen Hälfte in zwei unverzinslichen Jahresraten.

1913

Am 20  Juli 1913 feierte die Wehr ihr 40jähriges Gründungsfest. Von den damals 14 Mitgliedern der ersten Stunde konnten noch 6 im Festzug mit marschieren. Johann Popp, der 1. Kommandant, konnte an diesem Tage auf 25 Jahre Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr Dittelbrunn zurückblicken und wurde entsprechend geehrt. Noch im gleichen Jahr, am 26 Juli 1913 wurde anlässlich einer Versammlung der Jahresbeitrag für Mitglieder  auf 5 Pfennige festgesetzt.

Leider sind in den Kriegswirren der Jahre 1914 bis 1918 Teile der Aufzeichnungen ab dem Gründungsjahr verloren gegangen, die uns mehr Aufschluss über den steten Aufbau und die etwaigen Einsätze unserer  Wehr hätten geben können.

Führungswechsel nach  dem 1. Weltkrieg: Im Jahre 1919 wurde Eduard  Schmitt zum  1. Kommandanten ernannt.

Auszüge aus einem Fragebogen vom 15. Januar 1920 zur Verbandsstatistik geben uns ein Bild von der damaligen Ausrüstung und Stärke unserer Wehr:
Aktive Mitglieder - 40
Inventar:

  1. 1 Pferdegespann
  2. 2 tragbare Schubleiter, Steighöhe 7 Meter
  3. 1 Hakenleiter
  4. 1 Saug
  5. 1 Spritze ohne Saugwerk- und Druckspritze
  6. 105 Meter rohe Hanfschläuche
  7. 40 Uniformröcke
  8. 35 Lederhelme
  9. 24 Gurte
     

Für die Wasserversorgung im Brandfalle standen ein Weiher (Hofrat- Graetz- Straße und über das ganze Dorf verteilt 25 Brunnen zur Verfügung, die jedoch für den Gebrauch einer Motorspritze nicht ausreichend waren.

Bei einer Besichtigung am 24. Mai durch das Mitglied des Bezirksausschusses der Freiwilligen Feuerwehr, Michael Wahler, wurden die gestellten Aufgaben von der Feuerwehr Dittelbrunn mit "...größter Zufriedenheit ausgeführt." Hierfür stiftete die Gemeinde "...in liebenswürdiger Weise" jedem Feuerwehrmann eine Biermarke im Werte von 50 Pfennigen.

Durch die 1927 fertig gestellte Wasserleitung in Dittelbrunn wurde von den Mitgliedern der Wehr und der Gemeinde die Anschaffung neuer Schläuche befürwortet. In der Feuerwehrhalle wurde erstmals elektrisches Licht installiert und am Rathaus ein Kästchen angebracht, in dem seither der Notschlüssel für die Feuerwehrhalle seinen Platz hatte.
 

1930

Vom 27. April bis 04. Mai 1930 wurde erstmals in Dittelbrunn eine Feuerschutzwoche durchgeführt, zu der jeder Wehrmann seinen Teil beitrug.
Am 16 Juli 1933 wurde das 60jährige Gründungsfest im kleinen Kreise gefeiert - es waren nur die umliegenden Wehren geladen. Das einzige noch lebende Gründungsmitglied Johann Müller wurde am Festtag mit einem Blumengebinde geehrt. In"... dankbarer Weise" hatte sich die Gemeinde bereiterklärt, für ein evtl. eintretendes "Defizit" aufzukommen , so dass man sich keine Sorgen zu machen brauchte.

Bedingt durch die politischen Umstände wurde 1933 der 1. Kommandant nicht mehr gewählt, sondern vom zuständigen Stützpunktleiter Nöth bestimmt. Neuer Kommandant wurde Otto Dömling.

Montag, 28 Oktober 1935 nachmittags, 15 Uhr - in Dittelbrunn war der erste größere Brand zu bekämpfen. Zwei spielende Kinder hatten im Garten der Gastwirtschaft Seufert wohl im Übermut einem Schuppen mit Tannenreisig angezündet. Das Feuer griff rasch um sich und erfasste neben der Scheune auch  den Kuh - und Schweinestall sowie eine Wagenhalle. Etwa um 19 Uhr war der Brand unter Kontrolle. Durch das eingreifen der Schweinfurter Wehr  entstanden der Gemeinde Kosten in Höhe von 136 Reichsmark.

Im Verlauf des 2. Weltkrieges riss die Kameradschaft der Dittelbrunner Wehr auseinander. Viele ehemaligen Wehrmänner mussten für das Vaterland ihr Leben lassen.
 

1946

Nach Kriegsende wurde  erstmals wieder  am 02. Oktober 1946 durch den damaligen Bürgermeister Spath eine Feuerwehrversammlung  einberufen, es fanden sich 20 Männer ein.

Zum neuen Kommandanten wurde Robert Kraus gewählt der 2. Kommandant konnte nicht ermittelt werden. Der neue Kommandant bekam vom Bürgermeister die Aufgabe, die Freiwillige Feuerwehr Dittelbrunn wieder neu zu formieren und in Dienst zu stellen.

In den letzten Kriegstagen 1945 kam die Wehr in den Besitz einer Motorspritze. Über die Auftraggeber und die Anschaffung liegen heute keine Unterlagen mehr vor. Ein neuer Anfang war gemacht!
 

1953

Das 80-jährige Stiftungsfest wurde am 23. August 1953 mit einem großen Festzug durch das Dorf gefeiert, begleitet von 18 Ehrendamen. In seiner Laudatio ehrte der damalige Landrat Schineller die Freiwillige Feuerwehr Dittelbrunn als eine der beste Wehren im Landkreis. Der Festtag fand seinen Abschluss in einem großen Feuerwehrball, abgehalten in den beiden Gaststätten des Ortes.

   
Am 26. April 1959 wurde die neue Motorspritze vom Typ TS 8/8 ihrer Bestimmung übergeben und durch eine anschließende Übung eingeweiht.
 

 

1963  
Zum 90-jährigen Gründungsfest am 25. Mai 1963 erhält die Freiwillige Feuerwehr Dittelbrunn, ihr erstes Feuerwehrauto, ein Tragkraftspritzenfahrzeug das 1972 zu einen Schlauchwagen umgebaut wurde und bis Oktober 2002 im Dienst bei der Feuerwehr Dittelbrunn  stand.

 Zum ersten Mal wurde damals im Landkreis Schweinfurt das Leistungsabzeichen im Bronze verliehen, das zwei unserer Gruppen erhalten haben.

 

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1965 wurden das Leistungsabzeichen in Silber und ...
... 1969 in Gold jeweils an zwei Dittelbrunner  Gruppen auch wieder erstmals im Landkreis verliehen.

1972  

Zum 100-jährigen Gründungsfest 1972 erhielt die Feuerwehr Dittelbrunn das neue Löschgruppenfahrzeug LF 8.

Franz Böhnlein wird zum Ehrenkommandanten ernannt. 63 befreundete Wehren aus Nah und Fern, beteiligten sich am Festzug.
War die Wehr zwischenzeitlich bei mehreren kleinen Bränden im Einsatz, so galt es 1979 den Brand einer Scheune im Anwesen Schmitt in Dittelbrunn zu bekämpfen. Dittelbrunner, Schweinfurter und Hambacher Wehrmänner - insgesamt 60 Mann - bekamen das Feuer bald unter Kontrolle und konnten ein Ausbreiten des Feuers auf angrenzende Gebäude verhindern.

 

 

   

Am 25/26 . Juni 1983 wurde unter der Patenschaft der Freiwilligen Feuerwehr Oberwerrn die Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Dittelbrunn eingeweiht.
Dieser Festakt wurde an 3 Tagen in einem dafür aufgestellten Festzelt gebührend gefeiert.
   

1985 konnte sich die Wehr einen Langgehegten Wunsch, nach einem Mehrzweckfahrzeug erfüllen. Pfarrer Staudt segnete damals ein Fahrzeug, das gekauft wurde auf Beschluss des Bürgermeisters mit seinem Gemeinderat. Der Dank gilt sowohl für das stets offene Ohr für die Anliegen der Feuerwehr, als auch für die finanzielle Unterstützung. Das Fahrzeug erhielt seinen eigentlichen Einsatzwert durch den Innenausbau, bei dem sich die aktiven Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in unzähligen, freiwillig geleisteten Arbeitsstunden beteiligt und verdient gemacht haben.
 

1986  
Ein Höhepunkt in der Geschichte der  Dittelbrunner Wehr, stellt die Einweihung und Übergabe des vom ortsansässigen Architekten Otto H. Pohl  geplanten Feuerwehrgerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr Dittelbrunn dar. Anlässlich der Übergabe des neuen Gerätehauses, fand in Dittelbrunn der 19. Kreisfeuerwehrtag statt. Vom 4. bis 7. Juli 1986 wurde dieses Ereignis mit vielen befreundeten Feuerwehren und Bürgern aus Nah und Fern, dem Anlass entsprechend, gefeiert.

 

Am 07. 07.1988 wird ein Scheunenbrand in Holzhausen gemeinsam mit anderen Wehren bekämpft.

Die nächsten Einsätze zeigen, dass die Wehr nicht nur bei Brandkatastrophen ihren Mann stehen. So mussten im Januar 1992 eine große Ölspur abgebunden werden, dass Kanalnetz gespült werden, um Umweltschäden zu vermeiden.
Im Juli 1992 wurde die Wehr bei schweren Überschwemmungen im Landkreis, wie man sie seit Jahrzehnten nicht mehr kannte, in Weipoltshausen eingesetzt.

1993 sorgte eine Serie von Containerbränden für Aufregung. Auch hier wurde größerer Schaden durch das schnelle Eingreifen der Wehr verhindert. Schnell unter Kontrolle hatte die Dittelbrunner Wehr einen Monat später einen Saunabrand in Dittelbrunn und einen brennenden Dachstuhl in Hambach.
Im September 1993 trauerte die Feuerwehr Dittelbrunn um ihren  Ehrenkommandanten und Ehrenkreisbrandinspektor Franz Böhnlein.

Im selben Jahr wird der Kreisfeuerwehrverband Schweinfurt e. V. wieder gegründet. Die Dittelbrunner Wehr ist Gründungsmitglied.

Im Januar 1995 wurde die Wehr zu einem Wohnhausbrand in Hambach gerufen.
Im Juli 1996 bewährt sie sich bei einer Hagel- und Überschwemmungskatastrophe im Gemeindegebiet.
Am Sonntag, 22. September 1996 rückt die Freiwillige Feuerwehr Dittelbrunn nach  Holzhausen aus, um einen Lagerhallenbrand der Firma Müller zu bekämpfen.
 

1997

Am Montag, den 14. April 1997 berichtet der Chronist von einem Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Dittelbrunn beim Brand einer Scheune, wiederum in Holzhausen.

Vom 13. bis 16. Juni 1997 feiert die Wehr ihr 125 jähriges Bestehen in Verbindung mit dem  13. Gemeindefeuerwehrtag der Gemeinde Dittelbrunn. Bei diesem Anlass erhält die Feuerwehr auch eine neue Tragkraftspritze ( TS 8/8 ) als Ersatz für die 1959 in Dienst gestellte Pumpe.

   

Im Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Dittelbrunn berichten viele Urkunden über Leistungsprüfungen vom Ausbildungstand der Wehr . Die Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Dittelbrunn ist Beweis für eine entsprechende Nachwuchsarbeit. Viele Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft zeugen vom kameradschaftlichen Geist der in der Wehr über Generationen hinweg herrscht.